Die Glock 19 ist die kompakte Version der legendären Glock 17 und hat sich seit ihrer Einführung 1988 zur meistverkauften Pistole der Welt entwickelt. Was sie besonders macht, ist der nahezu perfekte Kompromiss zwischen Kompaktheit und Leistungsfähigkeit. Mit 15 Schuss im Standardmagazin bietet sie die gleiche Feuerkraft wie viele vollgrosse Dienstpistolen, lässt sich aber deutlich besser verbergen und tragen. Hinzu kommt die volle Abwärtskompatibilität mit den grösseren Glock-17-Magazinen — wer möchte, kann also auch 17-, 19-, 24- oder sogar 33-Schuss-Magazine verwenden. Diese Kombination aus Kompaktheit, Kapazität und Vielseitigkeit hat die Glock 19 zur universellen Referenzpistole gemacht, an der sich alle Konkurrenten messen lassen müssen.
Die Geschichte der Glock 19 beginnt mit dem Erfolg der Glock 17. Gaston Glock hatte 1982 mit seiner ersten Pistole die Fachwelt überrascht — ein Ingenieur ohne jede Erfahrung im Waffenbau konstruierte eine Pistole, die alle etablierten Hersteller in den österreichischen Armeetests schlug. Die Glock 17 wurde schnell zum Exporterfolg, doch es gab eine wachsende Nachfrage nach einer kompakteren Version. US-Strafverfolgungsbehörden und verdeckte Ermittler benötigten eine Waffe, die unter einem Sakko verschwand, ohne auf Feuerkraft verzichten zu müssen. 1988 stellte Glock die Modell 19 vor, die genau diese Lücke füllte. Der Schlitten wurde um 12mm und der Griff um eine halbe Fingerbreite gekürzt. Das Resultat war so überzeugend, dass die Glock 19 ihre grosse Schwester an Verkaufszahlen bald überholte. US-Spezialeinheiten wie Delta Force und Navy SEALs wählten die G19 als bevorzugte Seitenwaffe, und heute ist sie die meistverkaufte einzelne Pistolenvariante weltweit.
Technisch arbeitet die Glock 19 mit dem modifizierten Browning-Kurzrücklaufsystem und dem patentierten Safe-Action-System. Der Schlagbolzen ist nicht vorgespannt, sondern wird erst beim Durchziehen des Abzugs vollständig gespannt und ausgelöst. Drei automatische Sicherungen — Schlagbolzensicherung, Abzugssteg-Sicherung und Fallsicherung — verhindern eine unbeabsichtigte Schussabgabe ohne manuellen Sicherungshebel. Das Kaliber ist 9x19mm Parabellum. Die Lauflänge beträgt 102mm, die Gesamtlänge 174mm in der aktuellen Gen5-Version. Das Leergewicht liegt bei 602 Gramm. Der Polymerrahmen mit Stahleinlagen macht die Pistole korrosionsbeständig und leicht. Der Tenifer-beschichtete Schlitten bietet eine Oberflächenhärte von 64 HRC — härter als viele Industriewerkzeuge. Die Gen5-Version brachte mehrere Verbesserungen: den Marksman-Lauf mit verbessertem Züge-Profil für höhere Präzision, den ambidextren Verschlussfanghebel, den Wegfall der Fingerrillen am Griff für bessere Anpassbarkeit und die nDLC-Beschichtung des Schlittens.
In der Schweiz ist die Glock 19 die beliebteste Zivilpistole überhaupt. Kein anderes Modell wird häufiger auf Schweizer Schiesständen gesehen. Das liegt nicht nur an der bewährten Technik, sondern auch an der hervorragenden Teile- und Zubehörversorgung. Schweizer Waffenhändler führen die gesamte Glock-Palette permanent an Lager, und Ersatzteile sind günstig und überall erhältlich. Für Sportschützen eignet sich die G19 als Einstiegspistole in die IPSC Production Division, auch wenn die längere G34 dort Vorteile hat. Im Heimverteidigungskontext schätzen Schweizer Besitzer die unkomplizierte Handhabung — keine Sicherung zum Vergessen, keine komplizierte Entriegelung, einfach durchladen und fertig. Die Glock 19 wird auch regelmässig in Schweizer Waffenmagazinen getestet und empfohlen.
Neben der Standardversion gibt es mehrere wichtige Varianten. Die Glock 19X kombiniert das längere Griffstück der G17 mit dem kompakten Schlitten der G19 in Coyote-Tan-Farbe — ursprünglich für die US-Armeeausschreibung entwickelt. Die Glock 45 ist im Grunde die gleiche Konfiguration in Schwarz und mit Front-Serrations. Die Glock 19 MOS (Modular Optic System) bietet eine ab Werk gefräste Optik-Schnittstelle für Rotpunktvisiere wie Trijicon RMR, Holosun 507C oder Aimpoint Acro. Die MOS-Version wird in der Schweiz zunehmend populär, da Rotpunktvisiere im Sportschiessbetrieb immer verbreiteter werden.
Der Preisguide für den Schweizer Markt 2026 zeigt folgendes Bild: Gebrauchte Glock 19 in gutem Zustand mit normalen Gebrauchsspuren und funktional einwandfrei werden für CHF 450 bis 550 gehandelt. Exemplare in sehr gutem Zustand mit wenig Schusszahlen und intaktem Finish erzielen CHF 550 bis 700. Neuwertige oder ungeschossene Glock 19 Gen5, eventuell noch mit Originalverpackung und allen Beilagen, liegen bei CHF 700 bis 850. Die MOS-Varianten erzielen einen Aufpreis von rund CHF 80 bis 120 gegenüber der Standardversion. Fabrikneue Glock 19 Gen5 sind beim Schweizer Händler ab etwa CHF 750 bis 850 erhältlich, die MOS-Version ab CHF 850 bis 950.
Beim Kauf einer gebrauchten Glock 19 gibt es einige Punkte zu beachten. Zunächst die Generation identifizieren: Gen1 bis Gen3 haben keine austauschbaren Griffrücken, Gen4 hat den vergrösserten Magazinschachtausschnitt und RTF-Griffstruktur, Gen5 den Marksman-Lauf und die flache Frontpartie ohne Fingerrillen. Den Lauf auf Verschleiss prüfen — Glock-Läufe halten typischerweise 40'000 bis 60'000 Schuss, aber bei starker Nutzung mit heissen Ladungen kann der Verschleiss früher eintreten. Die Schlittenführungsschienen im Polymerrahmen auf Verschleiss kontrollieren, obwohl dies bei Glocks selten ein Problem ist. Den Abzug auf gleichmässigen Druckpunkt prüfen. Beim Zerlegen auf Risse im Rahmen achten, besonders an den Schlittenführungsschienen. Originalmagazine bevorzugen — Glock-Magazine kosten neu CHF 35 bis 45 und sind ein Qualitätsmerkmal. Generell gilt die Glock 19 als ausserordentlich langlebig und wartungsarm, weshalb selbst stärker gebrauchte Exemplare oft problemlos funktionieren.
Rechtlich unterliegt die Glock 19 in der Schweiz dem Waffenerwerbsschein (WES). Schweizer Bürger und Personen mit Niederlassungsbewilligung C können den WES bei der zuständigen kantonalen Behörde beantragen. Der Antrag erfordert einen Strafregisterauszug, der nicht älter als drei Monate sein darf, sowie einen Nachweis, dass kein Waffenerwerbsverbot vorliegt. Der WES wird in der Regel innert zwei bis vier Wochen ausgestellt und berechtigt zum Erwerb einer Waffe innerhalb von sechs Monaten. Die Glock 19 ist als halbautomatische Handfeuerwaffe in der Schweiz frei erwerbbar mit WES — es braucht keine Ausnahmebewilligung.